Für Freiberufler

Rentenversicherungspflicht Coach, Trainer und Berater

Die meisten aus dem Coaching und Trainerbereich haben von einer Rentenversicherungspflicht schon mal gehört oder im Netz recherchiert. Meist ist die Unsicherheit dann noch größer.

Hier gibt es eine Struktur zu diesem wichtigen Thema:

Was ich immer wieder von meinen Mandanten höre ist: Bin ich wirklich betroffen?

Das kommt darauf an:

Wenn Sie in Ihrer tatsächlichen Tätigkeit Seminare halten oder in Fortbildungsprogrammen unterrichten, also abstraktes Wissen vermitteln, sind die Lehrer.

Der Beruf des Lehrers ist einer von mehreren Berufen in § 2 SGB VI für die der Gesetzgeber eine Rentenversicherungspflicht anordnet, wenn der Selbstständige keinen eigenen Mitarbeiter beschäftigt.

Ein Mitarbeiter muss mehr als ein Minijobber verdienen. Sie können allerdings auch zwei Minijobber beschäftigen, die insgesamt im Monat mehr als 450,00 € verdienen.

Anders ist es bei Beratern. Berater sind rentenversicherungsfrei. Auch Berater vermitteln Wissen, aber immer bezogen auf den konkreten Auftrag, sprich in Bezug auf das Problem das sie für ihren Klienten lösen sollen.

Von daher ist ein Coach eher ein Berater und damit rentenversicherungsfrei.

Hier wird schon deutlich, dass die Beschreibung der eigenen Tätigkeit bei einer Anmeldung bei der Rentenversicherung oder bei einer geforderten Auskunft ganz große Bedeutung hat.

Wie teuer kann es werden, wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind?

Wenn Sie gut verdienen müssen Sie den Regelbeitrag bezahlen. Im Jahr 2017 monatlich 556,33 Euro.

In den ersten 3 Jahren einer Existenzgründung müssen Sie nur den halben Beitrag bezahlen.

Oder Sie wählen den einkommensgerechten Beitrag. Dann bezahlen Sie nur für ihren tatsächlichen Gewinn aus der lehrenden Tätigkeit Beiträge. Damit können Sie den Beitrag an ihre wirtschaftliche Situation anpassen.

Wie ist der Ablauf, wenn Sie Ihre Rentenversicherungspflicht klären möchten?

Wenn Sie sich anmelden möchten, füllen Sie das Formular V0020 aus, das Sie auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Bund finden und an den zuständigen Rentenversicherungsträger schicken.

Ganz wichtig ist hier die Beschreibung Ihrer Tätigkeit. Besonders dann, wenn Sie nicht versicherungspflichtig sein möchten. Beschreiben Sie ausführlich wie Sie mit Ihren Klienten arbeiten. Verzichten Sie auf Schlagworte wie Coach und Trainer.

Auch wenn Sie schon länger im Geschäft sind und sich jetzt erst melden, drohen Ihnen keine Strafen wie Geldstrafe oder gar Gefängnis.

Allerdings kann die Behörde für vier Jahre zurückliegende Beiträge nachfordern. D.h. Sie können verpflichtet werden, ab dem 01.01.2013 Beiträge nachzuzahlen. Ausgehend von einem monatlichen Regelbeitrag, der sich jedes Jahr verändert, kann eine Nachzahlung von ca. 26.000 € entstehen. Auch für die bereits abgelaufenen Monate des laufenden Jahres werden Beiträge nachgefordert und erhöhen diese Nachzahlung. Für die Zukunft müssen dann für jeden Monat auch Beiträge bezahlt werden.

Eine Art Strafe sind Säumniszuschläge, die entstehen, weil Sie in den vergangenen Jahren keine Beiträge bezahlt haben. Hier gibt es jedoch- je nach Sachverhalt – auch Möglichkeiten dies zu verhindern.

Häufig kommt es vor, dass die DRV Sie findet!

Insbesondere durch eine Lücke im Versicherungsverlauf, die dadurch entsteht, dass Sie irgendwann aus dem letzten Angestelltenverhältnis ausgeschieden sind und seitdem keine Beiträge mehr für Sie eingehen. Deswegen werden Sie irgendwann nach einigen Jahren von dem zuständigen Rentenversicherungsträger angeschrieben. Dann sollen Sie Auskunft geben über das, was Sie in der Zeit der Lücke machen. Hier sollten Sie wohl überlegt antworten.

Wenn Sie viel mit Unternehmen zusammenarbeiten, kann es sein dass man durch eine Betriebsprüfung Ihres Auftraggebers auf Sie aufmerksam wird.

Und auch ein Ehescheidungsverfahren mit Versorgungsausgleich kann dazu führen, dass man Ihre Rentenversicherungspflicht prüfen möchte.

Was können Sie jetzt tun?

Sie sollten sich eine Strategie für den Kontakt mit der Rentenversicherung überlegen.

Ich mache mit meinen Mandanten zu Beginn oft ein Worst Case Szenario.

Das bedeutet wir schauen, ob jemand eher Lehrer oder doch Berater ist.

Viele sind sowohl beratend als auch lehrend tätig, weil sie z.B. auch Seminare mit größeren Teilnehmergruppen geben. Hier sollte man bedenken, dass man nur von dem Gewinnanteil aus der lehrenden Tätigkeit auch Beiträge bezahlen muss.

Wir schauen auf die finanzielle Situation und berechnen die im schlimmsten Fall eintretende Nachzahlung und die für die Zukunft bestehende monatliche Beitragsbelastung

Ich erlebe in den Beratungen immer, dass viele Mandanten angesichts der Zahlen zunächst  schockiert sind, aber dann mit dieser Situation umgehen können. Insbesondere wenn es noch keinen Druck von der Behörde gibt und man noch planen kann

Oft gibt es auch große Erleichterung, weil die Beträge gar nicht so schlimm wie befürchtet sind.

Angebot

Ich biete Ihnen ein unverbindliches Kennenlerngespräch an. Dazu können Sie mich unter der Telefonnummer 0208 / 305 62 96 anrufen oder mir zur Terminvereinbarung eine E-Mail an info@sg-freiberuflerrecht.de senden.

Ziel des Kennenlerngespräch ist es, Ihren Beratungsbedarf zu klären und herauszufinden wie wir zusammenarbeiten können

Urteil des Bundessozialgerichts vom 23.04.2015

Stellen Sie sich vor, Sie haben sich Ihren Traum von der Selbständigkeit verwirklicht. Eines Tages kommt Post von der Deutschen Rentenversicherung,weil Sie die selbständige Tätigkeit bisher nicht angemeldet haben.

Es gibt viele selbständig tätige Berufsgruppen, die rentenversicherungspflichtig sind, wenn sie keinen Mitarbeiter beschäftigen. Dazu gehören Lehrer, wobei der Lehrerbegriff weit ausgelegt wird. Nach Auffassung der Deutschen Rentenversicherung gehören dazu neben Trainern auch Coachs, Supervisoren und Moderatoren. Seit 2012 wurden auch Berater zu Lehrern gemacht, da sie angeblich auch „im weitesten Sinn Wissen vermitteln“.

Durch eine Lücke im Versicherungsverlauf, die entsteht, wenn jemand sich nach einer Angestelltentätigkeit selbständig macht, im Rahmen eines Versorgungsausgleichs im Ehescheidungsverfahren oder durch eine Betriebsprüfung bei einem Auftraggeber besteht das Risiko, dass die Berufstätigkeit geprüft wird und die Rentenversicherungspflicht erstmals nach einigen Berufsjahren festgestellt wird. Schlimmstenfalls können für fast fünf Jahre rückwirkend Beiträge nachgefordert werden. Hier kommen für schnell 24.658 € zusammen.

Hoffnung auf Ende der Versicherungspflicht
Es gibt gute Neuigkeiten für alle, die bisher ohne nachvollziehbare Begründung entgegen ihrer eigenen Einschätzung als Lehrer qualifiziert wurden und Rentenversicherungsbeiträge zahlen und nachzahlen mussten. Eine neue Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 23.04.2015, (Aktenzeichen: B 5 RE 23/14 R) stellt nun klar, dass Berater nicht versicherungspflichtig sind. Zwar vermitteln sie -wie Lehrer- Wissen, allerdings liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit auf der Eröffnung von Handlungsmöglichkeiten zu einem bestimmten Anwendungszweck.

Die Frage, ob ein Coach ein Berater oder ein Lehrer ist, hat das Bundessozialgericht noch nicht höchstrichterlich entschieden. Jedoch ist klar, dass ein Coach nicht wie ein Lehrer allgemein Wissen vermittelt. Ein Coach wird immer dann beauftragt, wenn der Klient vorhandene Probleme oder Blockaden nicht alleine lösen kann. Die Tätigkeit des Coach ist also immer von einem konkreten Anwendungsbezug gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund und der jetzt in der Entscheidung bestätigten Definition einer Beratungstätigkeit spricht vieles dafür, dass auch ein Coach nicht als Lehrer rentenversicherungspflichtig ist.

Die Abgrenzung zwischen Training, Beratung und Coaching ist eine schwierige Gratwanderung und insbesondere für alle wichtig, die sowohl als Trainer als auch als Berater tätig sind.

Selbstcheck: Können Sie profitieren?
Mit zwei Fragen können Sie feststellen, ob Sie von der Entscheidung profitieren können.
Sehen Sie sich Ihren Beitragsbescheid an:

Finden Sie dort eine Begründung warum sie Lehrer sind? Oder steht da nur der Satz: Sie sind versicherungspflichtig als Lehrer. Lesen Sie als Begründung, dass Sie die „wesentlichen Elemente der Lehre“ erfüllen und deswegen Lehrer sind?

Falls Sie mindestens einmal mit Ja antworten, sollten Sie sich beraten lassen.

Das können Sie erreichen:
Es besteht die Chance auf ein Ende der monatlichen Beitragszahlung und auf Erstattung der (nach) gezahlten Beiträge.

So können Sie vorgehen:
Falls die Deutsche Rentenversicherung aktuell Ihre Versicherungspflicht prüft, sollten Sie rechtzeitig Widerspruch oder Klage gegen den Widerspruchsbescheid erheben, wenn Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind.

Bei bereits abgeschlossenen Verfahren können Sie Ihren Beitragsbescheid überprüfen lassen. Dazu können Sie einen Überprüfungsantrag bei der zuständigen Rentenversicherung stellen. Diese Überprüfungsmöglichkeit ist eine Besonderheit im Sozialrecht und ist auch noch nach Ablauf sämtlicher Fristen für Widerspruch oder Klage und sogar dann möglich, wenn Sie ein Verfahren vor dem Sozialgericht verloren haben.

Wann sollten Sie handeln?
Stellen Sie den Überprüfungsantrag schnellstmöglich. Zwar gibt es hierfür keine Fristen, allerdings ist eine Beitragserstattung nur für den noch nicht verjährten Zeitraum möglich. Die Verjährungsfrist umfasst vier Jahre und die Monate des laufenden Kalenderjahres. Aktuell könnte eine Erstattung rückwirkend ab dem 01.01.2011 möglich sein. Ab 2016 ist eine Beitragserstattung ab dem 01.01.2012 möglich.

Beratungsangebote
Rechtsanwältin Sabine Gewehr klärt Ihre Erfolgsaussichten für ein Überprüfungsverfahren, bringt Sie auf Augenhöhe mit der Behörde und vertritt Ihre Interessen in dem Verfahren und vor den Sozialgerichten.

Für die Einschätzung der Erfolgsaussichten und die Beratung zur weiteren Vorgehensweise hält Rechtsanwältin Sabine Gewehr folgendes Angebot bereit:

Quickcheck
Nach einem telefonischen Kennenlerngespräch stellen Sie Rechtsanwältin Sabine Gewehr Ihre Bescheide zur Einschätzung der Erfolgsaussichten eines Überprüfungsverfahrens und zur Planung der weiteren Vorgehensweise zur Verfügung.

Ihre persönliche Situation besprechen Sie danach entweder telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch mit Sabine Gewehr. In diesem Gespräch erhalten Sie Feedback zu Ihren Erfolgsaussichten und eine Handlungsempfehlung zur weiteren Vorgehensweise.

Ihre Investition: 300,00€ zuzüglich 19% Umsatzsteuer (357,00 €)

Sie planen eine Selbständigkeit?
Weithin unbekannt ist die Vorschrift des § 190 a SGB VI, wonach sich Selbständige bei Aufnahme der Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung melden müssen, damit die Behörde eine möglicherweise vorliegende Rentenversicherungspflicht prüfen kann.
Existenzgründer sollten sich von Anfang an beraten lassen, damit ihre Tätigkeit unter Berücksichtigung aller Aspekte richtig qualifiziert wird.

Sie sind schon länger Selbständig und haben sich bisher nicht angemeldet?
Rechtanwältin Sabine Gewehr berät Selbständige aus den Bereichen Training, Coaching und Beratung zur Frage der Rentenversicherungspflicht und gibt nach einer Risikoanalyse Handlungsempfehlungen.

Sie erreichen Rechtsanwältin Sabine Gewehr unter 0208/305 62 96 zu einem unverbindlichen Kennenlerngespräch. Dieses Kennenlerngespräch ist keine Rechtsberatung, sondern dient der Klärung Ihres Beratungsbedarfs.